Hühnerhaltung für Anfänger

Dieser Artikel zum Thema Hühnerhaltung für Anfänger ist Teil der Serie zum Thema Hühnerhaltung. Hier geht es zur Übersicht aller Ratgeber.

Möchten Sie als Anfänger Hühner im Garten halten, sind aber nicht sicher, worauf Sie bei der Hühnerhaltung achten müssen? Dann sollten Sie diesen Artikel unbedingt lesen.

In diesem Ratgeber zur Hühnerhaltung für Anfänger erfahren Sie die wichtigsten Grundlagen, die Sie für eine artgerechte Hühnerhaltung im Garten kennen sollten. Beginnend mit den rechtlichen Bestimmungen, der Auswahl der geeigneten Hühnerrasse, dem Bau des Hühnerstalls, bis hin zur Fütterung und Pflege der Tiere, dem Eierlegen und der Freilandhaltung.

Hühnerhaltung für Anfänger: Rechtliches

Wer darf Hühner im Garten halten?

Grundsätzlich darf jeder Anfänger Hühner im Garten halten, sofern er den Tieren ausreichend Platz und Schutz vor Raubtieren bieten kann und sich die Hühnerhaltung im privaten Rahmen bewegt.

Da Hühner zu den „Kleintieren“ zählen, denen auch Kaninchen oder Meerschweinchen zugehören, darf man Hühner auch im Wohngebiet, in der Stadt und ohne Genehmigung halten. Bei der Hühnerhaltung im Garten gilt jedoch das Gesetz der Rücksichtnahme, sodass man vorab mit seinen Nachbarn sprechen sollte. Denn nicht selten gibt es wegen Geruchsbelästigung oder Lärmbelästigung durch einen krähenden Hahn, Streitigkeiten vor Gericht.

Bevor Sie Hühner kaufen, sollten Sie sich allerdings bei Ihrer zuständigen Behörde informieren. Denn in Ausnahmefällen kann die Hühnerhaltung in einem bestimmten Wohngebiet verboten werden.

Außerdem sollten Sie sich im Klaren sein, dass die Hühner wie andere Haustiere auch, täglich versorgt und betreut werden müssen. Sie sollten deshalb jemanden aus der Familie, im Freundeskreis oder im Bekanntenkreis haben, der sich als Urlaubsvertretung oder bei Krankheit als Aushilfe für die Hühnerhaltung anbieten kann.

Meldepflicht und Impfpflicht für Hühner

Wer Hühner in seinem Garten halten möchte, der sollte wissen, dass es eine gesetzlich vorgeschriebene Meldepflicht und Impfpflicht für Hühner gibt. Jeder Anfänger ist demnach dazu verpflichtet, seine Tiere beim zuständigen Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse anzumelden. Das gilt übrigens auch für frisch geschlüpfte Küken ab einem Alter von 14 Tagen.

Die Hühner müssen alle drei Monate zum Schutz vor der Geflügelpest und gegen die Newcastle-Krankheit geimpft werden. Die Impfung erfolgt dabei nicht wie bei uns Menschen durch eine Spritze, sondern die Tiere nehmen den Impfstoff über ihr Trinkwasser auf.

Wer die Meldepflicht versäumt, kann im Falle eines Seuchenausbruchs (z.B. Vogelgrippe) haftbar gemacht werden. Und dies kann extrem teuer werden!

Hühnerhaltung für Anfänger: Anschaffung und laufende Kosten

Wo kann man Hühner kaufen?

Anfänger in der Hühnerhaltung sollten ihre Hühner beim Kleintierzüchterverein kaufen. So wird sichergestellt, dass die Tiere gesund sind und man erhält hilfreiche Anfänger-Tipps und professionelle Beratung vom Fachmann. Hühnerzüchter können Anfänger außerdem dabei unterstützen, die richtige Rasse auszuwählen, die zum zukünftigen Halter und der heimischen Umgebung passen.

Wer mit seiner Hühnerhaltung gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, kann auch Hühner vor dem Schlachthaus retten. Denn ausgediente Legehennen, die nicht mehr viele Eier legen, werden von vielen Betrieben zum Schlachter gebracht. Seinen neuen Schützlingen sollte man jedoch genügend Zeit geben, sich in ihrem neuen Zuhause einzugewöhnen, denn oftmals sind sie geschwächt oder gar traumatisiert.

Wie viel kosten Hühner?

Anfänger sollten bedenken, dass die Anschaffungskosten der Hühnerhaltung und entsprechendem Zubehör im ersten Moment sehr teuer ausfallen können. Denn gesunde Tiere vom Kleintierzüchter und qualitativ hochwertige Produkte haben ihren Preis. Die Tiere benötigen einen sicheren Hühnerstall, eine Voliere, Futter und Tränke und auch die Gesundheits- und Pflegeprodukte dürfen nicht vergessen werden.

Wenn Sie jedoch erst einmal alles gekauft und alles ausgestattet haben, sind die laufenden Fix-Kosten der Hühnerhaltung im Monat jedoch günstig im Vergleich zu manch anderen Tieren. Deshalb sollten Sie lieber bereits bei der Anschaffung Geld in die Hand nehmen und qualitativ hochwertige Produkte kaufen, die eine lange Haltbarkeit aufweisen. So sparen Sie sich später anfallende Kosten, um kaputte Gegenstände zu ersetzen.

Nachfolgend haben wir eine Beispielrechnung für Sie zusammengetragen, damit Sie als Anfänger ungefähr einschätzen können, welche Kosten Sie bei der Hühnerhaltung erwarten.

Hühnerhaltung Anfänger Kosten Hühner
Anfänger sollten die Kosten für Hühner vorab kalkulieren. Positiv ist, dass die Anschaffungskosten zwar hoch, die laufenden Kosten im Vergleich jedoch gering ausfallen.

Welche Hühner sind für Anfänger geeignet?

Wer privat Hühner in seinem Garten halten möchte, dem kommt früher oder später die Frage auf, welche Hühnerrassen für Anfänger geeignet sind. Denn neben ihrem Erscheinungsbild, ihrer Größe und ihrer Farbe unterscheiden sich die Hühnerrassen auch in ihrem Wesen. Wer Legehennen halten möchte, die auf eine produktive Legeleistung gezüchtet wurden oder lieber Rassehühner bevorzugt, deren Erscheinungsbild im Vordergrund steht, dem stehen verschiedene Hühnerrassen zur Auswahl.

Grundsätzlich wird Anfängern die Hühnerhaltung von robusten Rassen als Einstieg empfohlen. Zu diesen Hühnerrassen gehören beispielsweise Wyandotten, Vorwerkhühner oder Brahmas. Auch die Hühnerrassen Sussex, Sundheimer, Plymouth Rock oder Cochin sind für Anfänger geeignet.

Wie viele Hühner sollte man im Garten halten?

Hühner sind Gesellschaftstiere und dürfen deshalb nur in Gemeinschaften mit anderen Tiere gehalten werden. Die ideale Hühnerschar bilden drei bis vier Hennen und ein Hahn. Wer einen großen Garten hat und eine perfekte Gemeinschaft bilden möchte, der hält bis zu 20 Hennen und einen Hahn. Wie viele Hühner man letztendlich hält, hängt jedoch vom vorhandenen Platz und dem Budget ab. Das Minimum von zwei Hennen sollte man jedoch nicht unterschreiten.

Braucht eine Henne einen Hahn zum Eierlegen?

Eine artgerechte Hühnerhaltung sieht einen Hahn in der Gemeinschaft vor, der die Hennen anführt und sie vor Gefahren warnt. Fehlt ein solcher Hahn in der Runde, ist das trotzdem kein Problem. Denn dann wird einfach ein besonders dominantes Huhn die Rolle der Anführerin übernehmen.

Auch eine Legehenne braucht keinen Hahn zum Eierlegen. Sollen die Eier jedoch befruchtet werden, damit daraus Küken heranwachsen (z.B. zur Zucht), dann geht das allerdings nicht ohne Hahn.

Hühnerhaltung für Anfänger: Hühnerstall und Freilandhaltung

Wie viel Platz brauchen Hühner im Hühnerstall und Freiland?

Hühner haben gar keine großen Ansprüche an ihren Hühnerstall. Dieser sollte lediglich hell, trocken und gut belüftet sein und den Tieren als Schutz in der Nacht und vor schlechtem Wetter dienen. Die ideale Größe für einen Hühnerstall für bis zu zehn Hühnern liegt bei einer Grundfläche von 4m² und 2m Höhe.

Im Freiland sollte der Auslauf pro Huhn bei mindestens 5m² liegen. Dies sollten Sie berücksichtigen, wenn Sie einen umzäunten Auslauf (eine Voliere) bauen. Haben Sie einen großen Garten, dann freuen sich die Hennen, wenn sie sich überall frei bewegen dürfen.

Hühnerhaltung im Hühnerstall: Ausstattung

Der Hühnerstall dient den Hühnern als Schutz vor Witterungseinflüssen und Fressfeinden, deshalb sollte er geschlossen und robust gebaut sein. Neben einer sicher verschließenden Hühnertür, sind vergitterte Fenster, die ausreichend Licht und Luft hineinlassen, Pflicht.

Zur wichtigsten Innenausstattung eines Hühnerstalls gehören Sitzstangen, ein Kotbrett, Legenester, ein Bereich für Futter und Tränke und das Sandbad.

  • Sitzstangen: Sitzstangen dienen den Hennen als Schlafplatz für die Nacht. Diese sollten aus Rundhölzern oder Kanthölzern mit abgerundeten Ecken gefertigt sein. Um Streitereien unter den Hennen zu vermeiden, sollten sich alle Sitzstangen auf der selben Höhe befinden.
  • Kotbrett: Während der Nacht koten die Hennen häufig. Deshalb sollte man ein Kotbrett unter den Sitzstangen montieren und dieses täglich reinigen. Auf diese Weise bleiben die Schlafplätze und das Einstreu sauber.
  • Legenest: Im Legenest legen Hühner regelmäßig ihre Eier, weshalb es ein wichtiger Bestandteil des Hühnerstalls ist. Bei der Positionierung sollte man darauf achten, das Legenest nicht höher als die Sitzstangen anzubringen, da es sonst als Schlafplatz genutzt wird. Außerdem empfiehlt es sich, Legenester in der Nähe der Hühnertür anzubringen, um das tägliche Eiersammeln zu erleichtern. Im Handel findet man auch praktische Hühnerställe, die über ein Legenest mit Klappdeckel verfügen. Wer möchte, kann auch ein Legenest selber bauen.
  • Futter und Tränke: Die Futterstelle mit Futtersilo und Tränke sollten sich in einem erhöhten Bereich im Hühnerstall und nicht direkt unter den Sitzstangen befinden. Dann sind sie für alle Hühner gut erreichbar und haben einen hygienischen Platz.
  • Sandbad / Einstreu: Ein Sandbad ist kein Muss, sollte aber in jedem Hühnerstall vorhanden sein. Denn Hühner lieben es, im Sand zu baden und zu scharren. Als Einstreu verwendet man in der Regel Holzspäne. Wir empfehlen Zirbenspäne aus der Zirbelkiefer. Denn diese haben nicht nur einen tollen Duft, sondern auch eine antibakterielle Wirkung, die gegen Hühnermilben vorbeugt.
  • Künstliches Licht: Werden die Tage im Winter kürzer oder verfügt der Hühnerstall über zu wenig Licht, sollte eine zusätzliche Lichtquelle eingebaut werden, die am Tag für Licht sorgt. Denn Hühner brauchen für die Eierproduktion Vitamin D.

Hühnerhaltung für Anfänger: Fütterung und Pflege

Was die Fütterung betrifft, sind Hühner gute Esser. Denn in der freien Natur fressen sie fast alles, was ihnen über den Weg läuft, wie z.B. Schnecken, Würmer, Gras und Körner. Auch Weizen, Gerste, Mais oder Essensreste wie Reis, Nudeln, Quark oder Kartoffeln werden gerne einmal gefressen.

Damit die Hühner genügend Nährstoffe aufnehmen und viele, gute Eier legen, sollten sie richtig und gesund gefüttert werden. Als Richtlinie kann man folgende tägliche Anteile nehmen:

  • Getreide und Kohlenhydrate: 45 bis 60 Prozent des Futters
  • Pflanzliches und tierisches Eiweiß: 10 bis 20 Prozent des Futters

Zusätzlich zum Körnerfutter sollten die Tiere täglich Gemüse und Obst erhalten, um ihren Speiseplan mit gesunden Fetten, Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen zu ergänzen.

Fütterungsempfehlung für Anfänger: Pro Huhn (2 – 2,5 kg) sollten Sie mit etwa 97 bis 120 g Futter am Tag rechnen. Achten Sie beim Kauf von Futter unbedingt auf Qualität. Ein gutes Bio-Produkt erkennen Sie an den entsprechenden grünen Siegel auf der Verpackung.

Letzte Aktualisierung der Produktboxen am: 24.11.2020 | Alle Preise dieser Seite sind inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten | Affiliate Links & Bilder entstammen der Amazon Product Advertising API.